Wie geht es eigentlich Ihren Mitarbeitern?

In Zeiten von Remote Work ist dieser Teil der Führung einer der schwersten und komplexesten. Die emotionale Situation, fernab vom Büro, ist schwer zu erspüren. Was sonst schon häufig keine große Beachtung erfährt (“Ich bin ja nicht Mutter Theresa. Wir sind zum arbeiten hier”) ist aller Wahrscheinlichkeit nach jetzt ebenfalls kein großes Thema für viele Führungskräfte.

Denn wer fragt schon die Führungskräfte nach ihrer emotionalen Situation?
Wir müssen da jetzt ja alle durch. Jeder für sich und alle für die Firma.

Doch gerade in diesen Zeiten großer Unsicherheit gibt es die große Chance dieses evtl. existierende Manko zu ändern. Wann wenn nicht jetzt ist die Gelegenheit sich über gemeinsame Ängste (z.B. um die Firma und die Jobs) wie auch individuelle Ängste (Familienstress, Eltern als Risikogruppe, Lernerfolge der Kinder, Einsamkeit uvm) auszutauschen, sich dafür zu öffnen.

Was hält viele Führungskräfte davon ab?
Über Emotionen zu reden ist in der immer noch männlich dominierten Führungswelt nicht geübt. Auch wenn manche schon selbst erfahren haben wie kraftvoll mitfühlende Kommunikation sein kann, passierte dies häufig in Ausnahmesituationen wie Krisen, Todesfälle, Trennung. Die Situation verflog langsam, die Umstände und Zusammenhänge wurden gern verdrängt. Und doch, gefragt nach der eindrucksvollsten Situation mit der eigenen Führungskraft, kommt häufig “Als es mir schlecht ging hat mich meine Führungskraft aufgefangen. Wir hatten plötzlich Gespräche die mit dem eigentlichen Geschäft nichts mehr zu tun hatten. Das hat mir sehr geholfen”. Evtl. folgt ein “Das werde ich nie vergessen”. Doch diese Erfahrung in die eigene Führung einzubauen, diese Übersetzung fehlt häufig.

“Ziehen Sie die Maske dicht an ihr Gesicht und befestigen Sie sie sorgfältig. Erst dann helfen Sie anderen Passagieren”

Andererseits ist es gerade jetzt sehr wichtig dass Führungskräfte sorgfältig mit den eigenen Ressourcen haushalten. Wie sonst können sie ihre Kollegen mit positiver Energie versorgen? Eine leere Batterie gibt keinen Strom ab. Wenn sie alle ist ist es schon zu spät, das Ladegerät schafft es nicht mehr, eine neue Batterie muß her. Darauf zu achten dass dies nicht eintritt ist eine Führungs-Aufgabe, nämlich der fürsorgliche, mitfühlende Teil. Jedoch wird auf den oberen Stufen der Organisation immer noch sehr häufig nicht darauf geachtet bzw. ist die Alphatier-Mechanik “Indianerherz kennt keinen Schmerz” (Schlimmer”Dafür werden Sie ja sehr gut entlohnt”) weit verbreitet. Ein “erwachsener und mitfühlender” Führungsstil schließt ausdrücklich die eigene Person mit ein! Ein negatives Beispiel in der aktuellen Situation war eine Firma in der selbst in der Mittagspause noch Calls anberaumt wurden. Hier wird mit der Gesundheit der Kollegen gezündelt!

 

Sorgen Sie also für sich damit andere von Ihnen profitieren können – möglichst lange.

Legen Sie sich am besten Routinen zu die Ihnen helfen

  • Luft zu holen (z.B. ein Aufenthalt an der frischen Luft)
  • sich zu rejustieren ( z.B. mit einer kleinen Meditationseinheit)
  • frisch in das nächste Meeting zu gehen (Auch ein Powernap hilft!).
  • Bereiten Sie sich bewußt auf schwierige Meetings vor, und planen etwas Pufferzeit davor und danach ein.
  • Seien Sie aktiver Part in der Tagesplanung und helfen bei der Optimierung für alle. Dies ist insbesondere wichtig bei internationalen Firmen über mehrere Zeitzonen hinweg. Ein Neun-Uhr Meeting in China macht keinen Sinn für Europa oder viele Teile von Afrika, und auch sehr viele amerikanische Zeitzonen sind dann schon im Feierabend.

Bleiben Sie gesund – für sich und als wichtiger Teil ihres Systems. Beruflich und privat.

 

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